Ich bin weg.

Ende Juli habe ich erfahren, dass mir von meinem Arbeitgeber die Freistellung gewährt wird. 10 Tage später saß ich im Flieger.

Ich bin weg. Nicht für einen Urlaub, denn auch in ein paar Wochen bin ich nicht wieder zu Hause. Eher sind es mehrere Monate, ein halbes Jahr, ein Jahr.

Die letzten Tage zu Hause waren von Stress und Druck geprägt. Das mit dem OK zur Weltreise ist nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ein paar Tage vor Abflug Bescheid zu bekommen, war dann auch mir als spontanen und flexiblen Typ Mensch etwas zu heftig. Und diese Zusage war immerhin nur mündlich, etwas handfestes hatte ich nicht….. Die letzten organisatorischen Dinge (Bank, Versicherung, AMS, Impfungen..) mussten noch geregelt werden und Zeit mit Familie und Freunde wollte auch noch verbracht werden. Weiß man vor so einem Schritt ja genau, wie viel Wert Familie und Freunde haben. Vieles hab ich in den paar Tagen noch geregelt bekommen, einiges nicht. Immerhin habe ich gestern (17.7.) dann auch die schriftliche Zusage zu meiner Freistellung bekommen! Endlich! Nach dieser ganzen Warterei, Aufregung und dem Versuch alles kurzfristig zu managen mein Motto ganz nach Mark Forster: egal was kommt, es wird gut sowieso.

 

Zu den Impfungen kurz: viele wissen – Spritzen und ich – oje. Ja, bei so einer Reise komm ich dann nicht drum herum. 5 Spritzen innerhalb von 10 Tagen, was für ein Spaß. Aber ich bin nun etwas abgehärtet. Was soll mich jetzt noch umhaun, wenns 5 Spritzen nicht geschafft haben?! 😀

Gemeinsamer Reisestart

Wo Magellan und auch Kolumbus ihre Reise angetreten haben, startete auch ich. Spanien – den schon länger ausgemachten Urlaub wollte ich nicht aufgrund der Weltreise absagen. Wenn schon ein Jahr unterwegs, kann ich Spanien doch auch noch vorne anhängen. Als eingespieltes Team bereisen Jaci und ich 2,5 Wochen den Norden Spaniens (dann geht es für mich weiter nach Kanada).

Von Bilbao aus hanteln wir uns in Richtung Westen weiter. Im Baskenland hat eine meiner spanischen Freundinnen uns durch ihre Provinz geführt und uns abends mit auf ein spanisches Stadtfest genommen. Mittlerweile haben wir meine Freundin und das Baskenland hinter uns gelassen und sind weiter in der Provinz Asturia. Den Strand sahen wir vorerst nicht, die erste Zeit verbrachten wir in einem Dorf in den Bergen und Sportprogramm war angesagt. Durch die Tipps meiner Freundin und ihrer Familie, haben wir uns eine Route für den Norden zusammengestellt. Einheimische wissen die besten Plätze!

Nach den Bergen gings dann weiter in die Stadt Gijon. Dort verbrachten wir ein Wochenende mit 2 Freunden, die zufällig zur selben Zeit dort waren. Die geplante Weiterreise ging nicht reibungslos ab. Das Bussystem hier ist nicht ganz so zuverlässig, häufig andere Abfahrtssteige als aufgelistet und Verspätung gehören zur Tagesordnung. Wir kauften uns ein Ticket und um 16.30 wollten wir den Bus besteigen – der auch um 17.00 noch nicht da war und von einem anderen Steig abgefahren zu scheint….. Nächster Bus um 20.30. Blöd gelaufen, aber könnte schlimmer sein, wir haben gewartet standen ab 20 Uhr bereit – um ja sicher zu gehen und fragten noch 3 Mal bezüglich des Abfahrtssteigs. Ab 20 Uhr zeigten wir jedem Busfahrer unser Ticket, alle schüttelten den Kopf. 2 Buseinweiser bestätigten uns immer wieder, dass wir am richtigen Steig seien und warten sollen. Um 21 Uhr fragten wir wieder beim Schalter nach. Tja, wir haben wohl eine falsche Info bekommen – Bus ist schon weg. ..Jaci und ich blieben zurück. Mit großem Hunger hieß es jetzt mal: nimms locker, wir essen jetzt mal Abendessen. Nebenbei Pläne geschmiedet, wie wir die Zeit bis zum nächsten Bus um 7 in der Früh überbrücken sollen.. Duschen am Strand, danach Gepäck event. in einem Cafe abgeben und bis in die Früh feiern – das kam uns noch am realistischten vor. Und das, obwohl wir am Vortag auch erst um 6 in der Früh heimgekommen sind… Nicht mit großer Hoffnung hab ich auch noch auf couchsurfing angefragt, ob uns ein Einheimischer für die Nacht aufnimmt.

Und wie wir da so sitzen und gerade das Ketchup aus der Packung drücken, bekomm ich eine Nachricht am Handy. Diego, ein Spanier, ist gerade mit seinem Kind am Heimweg vom Strand und kann uns abholen und wir können bei ihm übernachten! Was für Aussichten: keine eiskalte Dusche, kein notgedrungenes munter bleiben, stattdessen eine warme Dusche und ein Bett.  Wir sind Diego wahnsinnig dankbar! Am nächsten Tag verbrachten er, sein Sohn und wir den Tag gemeinsam bei einem Strand. Wahnsinnsplätzchen! Und dann führte er uns noch zur nächsten Destination. Toller Typ!

Zu guter letzt ein Einblick in unser Gehirn 

Spanien in unseren Köpfen: Hitze, Sonne, Strand und Meer. Spanien wie wir es erleben: Tropenklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und täglichen Regenschauern, Berge, grüne Landschaft und grasende Kühe. Hier im Norden sind vorwiegend nur spanische Touristen. Ab und zu sehen wir ein paar Unseresgleichen, die mit ihrem Rucksack herumirren. Genau so wünsche ich es mir- allein zwischen den Einheimischen. (:

Die Strände und trockene Hitze erleben ich dann sicher noch irgendwo anders in diesem Jahr. Ich lass mich überraschen! Nun hab ich also noch eine knappe Woche hier, dann gehts so richtig los – am 24.7. heb ich ab nach KANADA! (:

Bis dahin, alles Liebe und bis bald

Claudia